Demokratie-Didaktik live

Die Schüler und SchülerInnen der KGS Bad Münder nahmen an den bundesweiten Juniorwahlen teil

Ausnahmsweise fand der Unterricht zur politischen Bildung vergangene Woche nicht nur im Klassenraum, sondern auch in einer originalgetreuen Wahlurne statt. Hierhin wurden die Schüler und Schülerinnen des 9. und 10. Jahrgangs von ihren Wahlhelfern begleitet, um in Form einer Bundestagswahlsimulation ihre Stimme abzugeben.

Allerdings steckte hinter dem „Kreuzchen setzten“ viel mehr als der kurze Akt des Wählens:

Die Juniorwahl 2017 wurde im Rahmen einer bundesweiten Aktion von dem „Kumulus e.V.“ durchgeführt, die im Sinne einer verantwortungsbereiten Gesellschaft auf eine gelungene Demokratiedidaktik abzielt.

Unter der Leitung von Politiklehrer Nicolas Marquardt begann das Prozedere bereits drei Wochen vor der Wahl: so wurden Wahlberechtigungen verteilt, Listen erstellt, Urnen gebaut, Räume vorbereitet. Vor allem aber, so berichteten die Schüler des zehnten Jahrgangs, wurden Wahlinhalte, sprich Parteiprogramme und basisdemokratische Grundfragen intensivst inhaltlich aufbereitet – und damit der wohl wichtigste Teil erfüllt.

Am Wahltag hatten die Wählenden mit ihrem Schülerausweis zu erscheinen und sich diskret zu verhalten: „wie in einer richtigen Bundestagswahl“, berichteten die Schüler und Schülerinnen der Klasse 10h, die dieses Projekt zusammen mit Herrn Marquardt organisiert hatten.

Ebenso originalgetreu und akribisch zählten sie die Wahlzettel doppelt, um Fehler bei der Zählung ausschließen zu können. Entsprechend enttäuscht äußerte sich ein Schüler der 10h über das Wahlergebnis bezüglich der AFD: „Zwar ist es die Hälfte des Ergebnis der Erwachsenenwelt; aber sechs Prozent sind mir zu viel. Wir sind eine Schule ohne Rassismus und ich hatte mir gewünscht, dass eine Partei, die stark rassistische Inhalte vermittelt, minimalen bis gar keinen Zuspruch findet.“

Insofern gilt es, den Kommentar des Schülers als einen klaren Apell zu verstehen, an dem Konzept unserer antirassistischen, multikulturellen Schule kontinuierlich festzuhalten, es zu betonen, zu verstärken und es weiterhin (vor-)zu leben. Denn insgesamt verdeutlich auch dieses Projekt wieder, wie lohnenswert eine Auseinandersetzung mit den politischen Gedanken der Heranwachsenden sein kann und dass die Jugendlichen sogar manchmal ein Vorbild für die Erwachsenen sein können, die – so wie die Schüler und Schülerinnen der KGS Bad Münder – zu 83% zur Wahl erschienen sind.

von Maike Behrends

Themen: Allgemein, Projekte, Schule ohne Rassismus (Permalink)

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