KGS Bad Münder

Erasmus+

 

Die KGS Bad Münder ist seit dem 01.03.2021 akkreditierte Erasmus+-Schule. Durch diese Akkreditierung ist es uns als Schule möglich, Lehrerfortbildungen im Ausland, Hospitationsaufenthalte von Lehrkräfte an anderen europäischen Schulen sowie unsere Schüleraustauschprogramme mit Frankreich und Polen (teil) zu finanzieren. Durch die Teilnahme am Erasmus+-Programm solldie Professionalisierung der Lehrkräfte gestärkt und Vernetzungen zu anderen europäischen Schulen etabliert werden. Für unsere Schülerinnen und Schüler sollen durch die Teilnahme an Austauschprogrammen die Fremdsprachenkenntnisse gestärkt und interkulturelle Kompetenzen erworben werden. Bei all diesen Projekten steht der europäische Gedanke nach einer gemeinsamen europäischen Identität und einem friedlichen Zusammenleben der europäischen Länder im Vordergrund.

Hier sollen einige bereits durchgeführte „Mobilitäten“ im Zuge von Erasmus+ kurz vorgestellte werden:

Mit Erasmus+ nach Florenz

Die erste Woche der Osterferien verbrachte ich dieses Jahr in Florenz, wo ich einen Kurs zum Thema Successful Strategies for Teaching Students with Special Needs in Every Classroom besuchte und trotz der Fortbildung ein wenig dolce vita genießen konnte.

Die Kursteilnehmer aus Rumänien, Griechenland und Deutschland kamen meist von der gleichen Schule und arbeiteten alle, bis auf zwei Grundschullehrerinnen aus Deutschland, an Förderschulen. Dementsprechend groß war die Expertise.

Nachdem wir verschiedene Tipps zur Stadt erhielten (u.a. wo es das beste Eis der Stadt gibt), beschäftigten wir uns an den ersten beiden Tagen mit verschiedenen Strategien, die man bei einer Rechtschreib- bzw. Leseschwäche anwenden kann (z.B. Text framing).

Ein großer Lernblock umfasste an dem darauffolgenden Tag den bedarfsorientierten Unterricht bei Lernenden mit ADHS. Neben verschiedenen Strategien, die auf die Vermittlung des Unterrichtsstoffes und des Settings (im Klassenraum) abzielten, ging es auch darum, dass sich Lernende mit ADHS selbst reflektieren (anstatt das die Lehrperson dies übernimmt).

Ein weiteres Feld umfasste den Bereich des Autismus bzw. der Autismusspektrumsstörung. In diesem Kontext lernte ich das Konzept der ‚social stories‘ kennen, die für Kinder mit Autismus entwickelt worden sind. Dabei werden für verschiedene Situationen Bildergeschichten mit kurzen Texten/Anweisungen (aus der Ich-Perspektive) vorbereitet, auf die ein Kind bei einem Meltdown/Shutdown zurückgreifen kann.  Sinnvoll in diesem Zusammenhang ist „PECS“ (picture exchange communication system), ein Kommunikationssystem, welches auf den Einsatz von Bildern beruht.

Eine weitere Strategie bei der Unterrichtsplanung in heterogenen Lerngruppen stellt das UDL dar. UDL steht für universal design for learning und steht im Wesentlichen dafür, vom Ziel her zu planen und jedem Lernenden das Erreichen des Ziels zu ermöglichen. Barrieren werden beseitigt, indem man verschiedene Lernansätze zu einem Thema ermöglicht. Eine Methode ist hierbei das sogenannte „active choice board“. Die Lernenden wählen sich ihre Aufgaben selbst aus, der Lehrende kann regulierend eingreifen, in dem er die zu erreichenden Punktzahl vorgibt und jede Aufgabe mit einer gewissen Punktzahl belegt (für die Bearbeitung einer leichten Aufgabe erhält man z.B. 5 Punkte, für eine umfangreichere Aufgabe z.B. 10 Punkte). Diese Methode lässt sich meiner Meinung in jedem Klassenraum einsetzen, auch wenn sie etwas Vorbereitung benötigt.

Alles in allem war es ein paar sehr kurzweilige Tage in Florenz und ich freue mich darauf, einige der Methoden selbst im Unterricht auszuprobieren.

Finja Winterholler

 

Embracing Diversity, Preventing Bullying and Violence

Ich war vom 01.05.-06.05.2023 in der wunderschönen Stadt Verona für die Erasmus+ Fortbildung „Embracing Diversity, Preventing Bullying and Violence“.

Obwohl eine griechische Kollegin und ich aufgrund von personellen Komplikationen am Anfang nur zu zweit waren, hat die Organisation kurzfristig den Kurs wann immer möglich mit einem Parallellaufenden kombiniert, sodass wir auch noch andere Teilnehmer:innen und Inhalte kennenlernen konnten. Dadurch hatten wir die Möglichkeit, zusätzlich zu unserem eigenen Thema auch noch ein paar interessante online Tools des „Blended Learning“ kennenzulernen.

Der Schwerpunkt der Fortbildung lag auf der Prävention von Mobbing und Gewalt in Lerngruppen, welches durch eine Vielzahl an Methoden gefördert werden kann. Die Empathie steht dabei im Fokus. Um diese zu steigern, sollte der Unterricht möglichst viele kooperative Lernformen beinhalten, da die Schüler:innen so mehr miteinander in Kontakt treten und ihre individuellen Stärken erkennen und nutzen lernen. Das Akzeptieren von kulturellen Hintergründen und Besonderheiten kann so ebenfalls ausgebaut werden.

Wir haben auch über die Rolle von Motivation gesprochen und wie „Task-Based Learning“ und „Project-Based Learning“ diese steigern können. Wichtig ist, dass die Schüler:innen das Gefühl haben, etwas für sie Relevantes zu tun. Methoden zum Fokussieren der Gedanken waren ebenfalls Teil des Programms und können auch unabhängig von diesem Thema im Unterricht angewendet werden.

Verona als Seminarstandort war sowohl aus anglistischer (Romeo & Juliet), als auch aus touristischer Sicht ein Highlight. Die Architektur, das Essen und die gemeinsame Zeit mit den anderen Teilnehmer:innen war etwas ganz Besonderes. Insgesamt war die Fortbildung eine tolle Gelegenheit, sich mit Kolleg:innen aus anderen Ländern auszutauschen und gemeinsam an neuen Strategien zu arbeiten.

Gerrit Wittmann

 

CLIL and PBL to Improve Student Engagement

Ich habe vom 13.03. – 18.03.2023 an der Erasmus+ Fortbildung „CLIL and PBL to Improve Student Engagement“ in Helsinki, Finnland teilgenommen.

In diesem Kurs befanden sich noch neun weitere Teilnehmerinnen aus Italien, Spanien und Lettland. Am ersten Tag tauschten wir uns zunächst über unsere Heimatschulen und Schulsysteme aus und erhielten dann von einer finnischen Lehrkraft das finnische Schulsystem erklärt. An den Tagen 2 – 3 wurden wir dann in die Methode „PBL = Project-Based Learning“ eingeführt, nach der Schülerinnen und Schüler u.a. fächerübergreifend selbstständig an Projekten arbeiten und diese nach Ablauf der vorgegebenen Zeit im größeren Rahmen präsentieren. Das schult vor allem die Selbstständigkeit, eigenverantwortliches Arbeiten und die Präsentationsfähigkeit von Schülerinnen und Schülern. Am vierten Tag wurde uns die Methode „CLIL = Content and Language Integrated Learning“ erläutert, bei der es um den gleichzeitigen Erwerb von Inhalt und Sprache/Fremdsprache geht. Wir haben in Gruppenarbeit zu beiden Methoden Unterrichtseinheiten entworfen und präsentiert und beide Methoden am fünften Tag reflektiert.

Das reizvolle und angenehme an meiner Auslandsfortbildung war das Kennenlernen der anderen Kursteilnehmerinnen und dass neben dem Kurs genügend Freizeit blieb, um die Stadt zu erkunden oder eine der vielen öffentlichen Saunen auszuprobieren, die ja typisch für Finnland sind. Auch ein Ausflug nach Porvoo, der zweitältesten Stadt des Landes hinterließ einen positiven bleibenden Eindruck bei mir.

Margarete Schulz

Social and Emotional Learning for Successful Schools

Vom 6. bis 11. März nahm ich an einer Auslandsfortbildung in Dublin zum Thema „Social and Emotional Learning for Successful Schools“ teil. In einer kleinen Gruppe mit vier weiteren Lehrkräften aus Deutschland und Portugal lernten wir, wie man als Schule soziales und emotionales Lernen in den Schul- und Unterrichtsalltag integrieren könnte und dabei auch das Selbstwertgefühl und das Bewusstsein für die eigene Person der Schülerinnen und Schüler zu erhöhen. Gleichzeitig ging es inhaltlich auch darum, als Lehrkraft resilient zu sein und auf (negative) Emotionen richtig zu reagieren. Die Fortbilung war erneut eine tolle Erfahrung, in der man an konkreten Beispielen Ideen und Lösungsansätze sammeln konnte. Der Austausch mit Kolleginnen aus einem anderen Land war sehr gewinnbringend und erweitert den Blick und die Perspektive.

Arne Peinz

Job shadowing in Slatine, Kroatien

Vom 06. bis 12. November 2022 nahmen Frau Blume und ich an einem „Job shadowing“-Projekt im Rahmen von Erasmus + teil. In dieser Zeit besuchten wir unsere Partnerschule in Slatine auf einer Insel nicht weit von der Stadt Split entfernt, um uns dort ein Bild des inklusiven Unterrichts zu machen sowie einige Projekte der Schule kennenzulernen. Neben der Begleitung des Unterrichts, bei der wir viel über die Beschulung von Schülerinnen und Schülern mit Förderbedarfen erfuhren, nahmen wir auch an Projekten wie dem Olivenpflücken und der weiteren Verarbeitung zu Olivenöl, der Herstellung von Seifen, einer Feuerübung sowie dem Besuch einer Schule in Split teil. Auf der anderen Seite erhielten auch wir die Möglichkeit, den Schülerinnen und Schülern etwas über Deutschland und unsere Schule zu erzählen.
Unser Aufenthalt in Kroatien war lehrreich und ein tolles Ereignis. Wir konnten viel über die Schule und das kroatische Schulsystem lernen und neue Freundschaften knüpfen, aus denen sich hoffentlich auch zukünftig weitere Projekte generieren lassen.

Arne Peinz

 

„ICT – Inclusvie Education“

In dem Kurs „ICT – Inclusvie Education“ wurde der intereuropäische Austausch zum Überthema „Inklusion und Digitalisierung“ sehr gewinnbringend gefördert.
Alle Teilnehmer im griechischen Heraklion haben vom 16.-20.5.22 zunächst ihre Schulen, deren Erfahrungen und den Umgang mit Inklusion geschildert. Zusätzlich zum Erfahrungsaustausch haben wir zunächst sehr viel theoretischen Input zum Thema Inklusion und vor allem im Zusammenhang mit Digitalisierung erhalten. Die Theorie wurde schnell durch praktische Anteile ersetzt, die es uns erlaubten, eine Vielzahl an Programmen selbst anzuwenden, umzusetzen und bereits für unseren Unterricht zu erproben. Der Erfahrungsaustausch mit den europäischen Kolleginnen und Kollegen war sehr spannend und so konnten hoffentlich langfristig bestehende Partnerschaften entstehen.

David Gennat

 

A European School For All Children

Vom 20. bis 25. Juni 2022 nahm ich in Dublin, Irland an dem Fortbildungskurs mit dem Titel „A European School For All Children“ teil. Der Kurs beinhaltete u.a. die Inhalte, wie man Schülerinnen und Schülern, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind, die Sprache zugänglich machen könnte. Dafür arbeiteten wir als Kursteilnehmer mit Online-Tools, die für solche Schülerinnen und Schüler nützlich sein können. Desweiteren behandelten wir die Prävention und Handlungsmöglichkeiten bei (Cyber)Mobbing, den Umgang mit kulturellen Vorurteilen und die Förderung von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarfen im Klassenraum.
Insgesamt war die Fortbildung sehr gewinnbringend und ich konnte Kontakte zu Lehrkräften aus Spanien und Italien knüpfen. Hoffentlich ergibt sich auch hieraus eine Chance, neue Austauschmöglichkeiten zu erhalten.

Arne Peinz

 

 

 

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